Landratsamt Lichtenfels


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Ozonbelastung

Ozon ist ein unsichtbares und giftiges Gas, das aus drei Sauerstoff-Atomen besteht und das in der Umwelt zwei Gesichter hat. So schützt uns Ozon in den oberen Luftschichten, in Bodennähe ist es schädlich.

In 15 bis 25 Kilometern Höhe (Stratosphäre) spannt das Gas Ozon rund um die Erde einen Schutzschirm gegen die von der Sonne ausgesandte ultraviolette Strahlung, wodurch diese - ähnlich wie bei der Sonnenbrille - weitgehend herausgefiltert wird. Ohne diese Schutzschicht würde die UV-Strahlung mit voller Kraft auf die Erdoberfläche gelangen. Es entsteht unter dem Einfluss der energiereichen ultravioletten Strahlung aus dem Luftsauerstoff und bildet somit die schützende Ozonschicht.

Wissenschaftler entdeckten erstmals im Jahr 1986 ein saisonales „Loch“ in der Ozonschicht über der Antarktis. Inzwischen ist auch eine Abnahme der Ozonkonzentration über der Nordhalbkugel zu beobachten. Durch die Abnahme der Ozonschicht rechnen Fachleute unter anderem mit einer Zunahme der UV-Strahlung und damit auch von Hautkrebsfällen. Aber auch klimatische Veränderungen und Ernteverluste können die Folge sein. Verantwortlich für den Abbau der lebenserhaltenden Ozonschicht werden maßgeblich die extrem stabilen und reaktionsträgen Fluorchlorkohlenwasserstoffe, kurz FCKW sowie andere chemische Verwandte der FCKW, die Halone, gemacht. In der Politik wurde auf diese Gefahr durch die FCKW-Halon-Verbotsverordnung reagiert, die seit 1991 in Kraft ist.

Im Gegensatz zur Ozonschicht in der Stratosphäre entsteht das bodennahe Ozon, wenn Sonnenstrahlen auf Luftschadstoffe wie Stickoxide und Kohlenwasserstoffe - beispielsweise aus Autoabgasen und Schornsteinen - treffen. Tritt dieses Ozon in höheren Konzentrationen auf, entsteht Sommersmog, der eine Gefahr für unsere Gesundheit darstellt. Dieses bodennahe Ozon wird also nicht wie andere Schadstoffe direkt aus dem Kamin oder Auspuff in die Umgebung abgegeben, sondern die Ozonbildung erfolgt insbesondere bei intensiver Sonneneinstrahlung, wenn die Luft mit Schadstoffen wie Kohlenwasserstoffen und Stickoxiden (sog. Vorläufersubstanzen) verunreinigt ist.

Hauptquellen für die Stickstoffoxide sind der Kraftfahrzeugverkehr mit einem Anteil von 70 % sowie größere Feuerungsanlagen der Industrie und der Kraftwerke mit ca. 25 %. Die flüchtigen Kohlenwasserstoffe stammen zu 50 % aus dem Kraftfahrzeugverkehr und zu 35 % aus der Lösemittelverwendung, z. B. bei Farben und Lacken.

Die gesundheitsgefährdende Wirkung von Ozon hängt von der Konzentration und der eingeatmeten Luftmenge ab. Deshalb spielt die körperliche Belastung bei „Sommersmog“ eine wichtige Rolle. Wer sich körperlich anstrengt, atmet mehr und tiefer und nimmt dadurch eine höhere Ozondosis auf. Bereits geringe Ozonkonzentrationen können zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Ozon wirkt reizend auf Augen und Schleimhäute. Je nach Konzentration können daher verstärkter Hustenreiz, verminderte sportliche Leistung und Verminderung der Lungenfunktion auftreten. Diese Wirkungen gehen jedoch nach Beendigung der Ozoneinwirkung wieder zurück.

Pflanzen und Ökosysteme reagieren ebenfalls auf erhöhte Ozonkonzentrationen. Es kann zum Absterben der Blätter und zur Verminderung des Wachstums kommen.

In Deutschland beträgt der Schwellenwert für den Gesundheitsschutz 110 µg/m³. Aus Vorsorgegründen soll diese Konzentration nicht über einen längeren Zeitraum überschritten werden. Ab einer Konzentration von 180 µg/m³ wird die Bevölkerung informiert und empfohlen, sportliche Ausdauerleistung zu vermeiden. Zusätzlich wird appelliert, wenn möglich Autos und andere Verbrennungsmotoren nicht zu benutzen. Übersteigt die Ozonkonzentration 240 µg/m³ wird Ozonalarm ausgelöst, was nach dem Ozon-Gesetz bedeutet, dass unter bestimmten Voraussetzungen Verkehrsverbote für nichtschadstoffarme Kraftfahrzeuge gelten. Übersteigt die Ozonkonzentration gar 360 µg/m³ wird die Bevölkerung in Anbetracht möglicher Gesundheitsgefahren zusätzlich gewarnt. Ungewohnte körperlich anstrengende Betätigung im Freien sollte vermieden werden.

Im Bundesgebiet wird Ozon in über 300 Messstationen flächendeckend gemessen. In Bayern sind etwa die Hälfte der Messstationen des sog. „Lufthygienischen Landesüberwachungssystem Bayern (LÜB )" zur Ozonmessung ausgerüstet. Im Landkreis Lichtenfels befindet sich keine Messstation des LÜB. Daher sind für den hiesigen Raum insbesondere die Messstellen Kulmbach, Schweinfurt, Erlangen und Naila maßgebend. Weiterhin besitzt die Stadt Bamberg eine mobile Ozonmessstation.

Das Bayerische Umweltministerium veröffentlicht täglich die ermittelten Messwerte in den Ozon-Berichten. Hinzu kommt die tägliche Ozonprognose für den nächsten Tag. Die Berichte und Prognosen werden über Pressemitteilungen an die regionalen Zeitungen weitergegeben.

Die Veröffentlichung erfolgt dann auch in den heimischen Tageszeitungen. Im Internet werden täglich viermal aktualisierte Ozonwerte veröffentlicht. Hier finden Sie aktuelle Messwerte und eine Übersicht der letzten 24 Stunden im Zeitraffer.



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